Mit dem Haus Postplatz 6 ist ein weiteres Wächterhaus in Görlitz am Dienstag eingeweiht worden. Nutzer des Gebäudes ist der Stille Post Klub, der Maler Torsten Bähler hat sein Atelier hier, der studentische KulTours-Verein will die Räume im zweiten Stock als Büro nutzbar machen. Der Postplatz 6 ist das Elternhaus des heute 74-Jährigen Ansgar Hillach. Nach dem 2. Weltkrieg hat es seine Familie in den Westen verschlagen. Seit 1996 gehört ihm das Haus wieder. Ansgar Hillach lebt heute in Staufenberg bei Frankfurt/Main und kommt nur noch zweimal im Jahr nach Görlitz. Zur Wächterhauseröffnung vorgestern war er da und ist begeistert von der Nutzung des Elternhauses: „Ein neuer Ort für junge Leute ist ein Gewinn für Görlitz.“
Auch in Dresden gibt es mit dem eigenständigen Verein HausHalten Dresden e.V. nun einen Wächterhausverein, welcher sich um leer stehende Häuser in Dresden kümmern möchte und damit lokale Kunst und Kultur fördert.

In Leipzig begann im Herbst 2004 der Verein "HausHalten Leipzig" mit der Nutzbarmachung leer stehender Gebäude um so diese vor Verfall zu retten. Die Idee "Erhalt durch Nutzung" konnte bislang 10 Objekte retten und Synergien auf den Kunst-, Kultur, und sozialen Bereich verzeichnen. In weiteren Städten wie Halle, Gera, Görlitz und Chemnitz wurde die Idee aufgegriffen. In der Landeshauptstadt Dresden kam es bisher nicht dazu, obwohl es auch hier punktuell einen hohen Leerstand und ruinösen Verfall gibt und die Auswahl an Räumlichkeiten für wenig Geld auf Grund einer fortschreitenden Sanierung immer kleiner wird.
Die Initiative in Dresden hofft, möglichst viele Leute von der Idee begeistern können. Informationen gibt es unter: www.artderkultur.de

Das Projekt von haushalten e.V. Leipzig im Rahmen des BBR Wettbewerbes Nationale Stadtentwicklungspolitik will zum Erhalt unsanierter Altbauten an städtebaulich bedeutsamen Standorten die Leipziger Wächterhausinitiative weiterentwickeln und das Modell auf andere Städte übertragen.

Bedingt durch einen tiefgreifenden wirtschaftlichen und demografischen Wandel haben heute viele ostdeutsche und eine wachsende Zahl westdeutscher Städte mit leerstehenden Gebäuden zu kämpfen, besonders an unattraktiven, stark belasteten Hauptstraßen. Die Ratlosigkeit vieler Eigentümerinnen und Eigentümer führt zu einem weiteren Verfall der Bausubstanz, und es droht der unwiederbringliche Verlust dieser städtebaulich und kulturhistorisch wertvollen Gebäude. Es gilt, diesen vermeintlichen Teufelskreis zu durchbrechen und neue Nutzungsperspektiven innerhalb der Stadtentwicklung zu erproben.Bereits seit Ende 2004 erprobt der als gemeinnützig anerkannte Verein HausHalten e.V. in enger Kooperation mit der Stadt Leipzig das sogenannte Wächterhausmodell. Die Initiative will gefährdete Altbauten an städtebaulich bedeutsamen Lagen sichern und in ihrem Wert erhalten, indem sie Nutzerinnen und Nutzer mit guten Ideen und viel Platzbedarf anspricht. Selbst auf Wohnungsmärkten mit Leerstandsproblemen besteht ein großes Interesse an unkonventionell nutzbaren Räumlichkeiten. Hierfür werden durchaus Abstriche an der Qualität und Ausstattung in Kauf genommen.

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Ziel des Leipziger Vereins HausHalten e.V. ist der Erhalt städtebaulich und baukulturell bedeutsamer Gebäude, die aufgrund schwieriger Rahmenbedingungen keiner "klassischen" Instandsetzung zugeführt werden können und mittelfristig vom Abbruch bedroht sind.
Bundesweit prämiert, sind die Wächterhäuser als Initiative von HausHalten e.V., mittlerweile Vorbild für ähnliche Vorhaben in Berlin, Halle und auch in Görlitz.

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